Fasten - Fitness für die Seele
Fasten liegt im Trend - Fasten im Dienst der Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens ist heute das ganz Jahr über angesagt. Man spricht von einer Fastenkur und zielt ab auf Entschlackung, Entgiftung und Entsäuerung des Körpers.
Die Fastenzeit der Christen vor Ostern geht weit darüber hinaus: Der körperliche Verzicht geht einher mit der Entschlackung und Entgiftung der Seele, um frei zu werden von Zwängen und Hinwendung zu Gott.
Stellen Sie sich vor, wie es wäre...
...Zeit zu haben, um zur Ruhe zu kommen?
...ein Gespür dafür zu entwickeln, was Ihnen wirklich gut tut?
...mehr Sicherheit für Entscheidungen zu gewinnen?
...immer wieder die Chance des Neubeginns zu entdecken?
...Ihr Leben als Geschenk wahrzunehmen und sich daran zu freuen?
Vielleicht wollen Sie sogar...
...Ausschau danach halten, wie Gott seinen Segen über Ihr Leben ausspannt?
...sich vom Geist bewegen und in neue Räume führen lassen?
...sich von der Menschenfreundlichkeit Gottes in Jesus berühren lassen?
...dem Bild mehr Raum geben, das Gott von Ihnen träumt?
Die Fastenzeit ist eine Gelegenheit dazu. Eine Erinnerung daran, dass Innehalten wichtig ist. Nicht, um einfach Urlaub oder Wellness zu machen, sondern um sich wirklich Auszeiten für die Seele zu gönnen. Zu keiner anderen Jahreszeit werden Ihnen so viele Angebote gemacht, die Sie darin unterstützen. In vielen Gemeinden werden Exerzitien im Alltag oder Oasentage angeboten - fragen Sie in Ihrer Pfarrei! Im Internet können Sie an den Fastenexerzitien der Internetseelsorge teilnehmen. Eine weitere Möglichkeit sind die vierwöchigen Exerzitien Online, die Mitglieder des Jesuitenordens anbieten. Oder Sie leisten sich ein Buch, das Ihnen Anregungen gibt.
Und der Verzicht?
Wer auch körperlich fastet, also auf Nahrung verzichtet, nutzt die Möglichkeit einer intensiven sinnlichen Erfahrung. Viele Menschen verknüpfen eine bewusst gestaltete spirituelle Zeit damit. So ein Fasten ist Schweigen mit dem Körper, um einen offenen Blick für das Wesentliche zu bekommen.
Andere verzichten auf Genussmittel wie Kaffee und Alkohol oder schränken alltägliche Gewohnheiten wie Fernsehen, Computerspielen oder Auto fahren ein. Auf vielerlei Weise ist es möglich, die Fastenzeit individuell zu gestalten. Die bewusste Einschränkung sollte aber nie reine äußerliche Pflichterfüllung sein! Denn die Fastenzeit ist in erster Linie eine Zeit für die Seele. Es geht nicht um sportliches Durchhalten von Selbstkasteiungen, sondern darum innerlich frei zu werden, um zu einer bewussteren Wahrnehmung der Umwelt und sich selbst zu kommen. Fasten lenkt den Blick auf das Wesentliche. Der Alltag wird unterbrochen, wer fastet, schafft eine Distanz zu seinem bisherigen Leben und kann sich neu orientieren.
Dazu kommt die soziale Komponente: Wer verzichtet, bemerkt schnell, was er alles gar nicht wirklich braucht und wird fähig zum Teilen und zur Solidarität. Deshalb fällt in die Fastenzeit auch die Fastenaktion von MISEREOR - ein kirchliches Hilfswerk, das seit über 50 Jahren auf wirklich vorbildliche Weise für mehr Gerechtigkeit in unserer Welt arbeitet.
Was auch immer Sie sich für die Fastenzeit vornehmen: Christliches Fasten erhält seinen Sinn nur zusammen mit Spiritualität und Solidarität!